„Er zeigte mir aber dies Gesicht; und siehe, der Herr stand auf einer Mauer, mit einer Bleischnur gemessen, und Er hatte die Bleischnur in seiner Hand.“ Amos 7, 7.
Die Bilder des Propheten Amos sind, obgleich sehr einfach, doch alle sehr stark und kräftig. Er war von Gott gelehrt. Möchte dieses. Gesicht so lebendig vor uns werden, als ob wir es selber sähen.
Was der Herr getan hatte, war nach Maß getan. Er stand auf einer Mauer, die nach einer Bleischnur hergestellt war. Alle seine früheren Taten sind gerecht und wahr. Er fährt fort, dieselbe untrügliche Richtschnur zu gebrauchen; wo Er ist, da hat Er die Bleischnur in seiner Hand. Diese Bleischnur zeigt eine gerade Linie, und diese beweist am besten, ob eine Mauer wirklich lot- oder senkrecht ist, oder ob sie sich, nach außen oder nach innen neigt. Sie schmeichelt nie, sondern durch ihre eigne gewisse Wahrheit tut sie jede Abweichung von der Geradheit kund und verurteilt dieselbe. So ist das Urteil des Allerhöchsten. Wir wollen die Bleischnur als das Emblem der Wahrheit und des Rechts betrachten.
Bei allem, das wir aufbauen, müssen wir nach der sicheren Regel der Gerechtigkeit handeln.
Das, was nicht gerade ist, wird durch die Bleischnur entdeckt, und so werden die Menschen nach der Wahrheit und vermittelst der Wahrheit geprüft.
Sind wir wiedergeboren? Sind wir ohne Glauben rc.? Sind wir ohne Heiligkeit? Oder ist das Werk des Heiligen Geistes in uns wahrzunehmen?
Strenge Gerechtigkeit ist die Regel des göttlichen Verhaltens auf dem Richterstuhl.
Dieselbe Regel wird auf alle angewandt werden.
Sind wir imstande, die Prüfung der Bleischnur der vollkommenen Wahrheit zu ertragen?
Nimm an, dass sie in diesem Augenblick von Gott gebraucht werden könnte!
Ist es nicht am weisesten, an Jesum zu glauben, auf dass wir Ihn als Fundament haben und auf Ihm erbauet werden?
In einer Taubstummen-Anstalt wurde die Frage: „Was ist Wahrheit?“ aufgeworfen. Ein Knabe zog in Beantwortung derselben eine gerade Linie. „Und was ist Falschheit?“ Die Antwort war eine krumme Linie. S. Bowes.
Das ist ein unglücklicher Tag für die Gemeinde Gottes, an welchem sie anfängt zu glauben, dass irgend welche Abweichung von der Wahrheit wenig zu bedeuten hat. J. H. Evans.
Whitefield sprach es oft aus, dass er lieber eine Gemeinde mit zehn Gliedern haben wolle, die mit Gott richtig stehen, als eine, die fünfhundert Glieder zählt, über welche sich die Welt ins Fäustchen lacht. Joseph Cook.
Livingstone war als Missionar sehr besorgt, eine große Gemeinde von Namenschristen zu vermeiden. „Nichts,“ schrieb er, „soll mich dazu verlocken, eine unreine Gemeinde zu bilden. Es klingt ja recht schön, wenn es heißt, dass fünfzig zur Gemeinde hinzugetan seien; allein, was wird das am jüngsten Tage für ein Vorteil sein, wenn sich von den fünfzig nur fünf als echt erwiesen haben?“ Blaikie.
Die Sünder werden auf Erden stets weniger und in der Hölle nie mehr bestraft, als ihre Missetaten es verdienen. Benjamin Beddome.
Von den Areopagiten in Athen wurde gesagt, ihr Urteil sei so richtig gewesen, dass niemand je sagen konnte, er sei von ihnen ungerecht verurteilt worden. Wieviel mehr ist das wahr von dem gerechten Gericht Gottes, welcher deshalb notwendig gerechtfertigt werden muss, während aller Mund verstopft werden wird. Trapp. Wenn an einem Bauwerk bemerkt wird, dass es ein wenig ausbaucht, so eilen die Bauleute herzu, um es zu stützen, und es dauert nicht lange, dann fordert die Aufsichtsbehörde, dass es niedergelegt werde. Welche großen Veränderungen würden wir in unserer Gemeinde erleben, wenn alle sich neigenden Mauern beseitigt werden müssten! Und doch wäre dies kein wirklicher Verlust, sondern in den Augen des Herrn ein tatsächlicher Gewinn für die Stadt Gottes.
Wenn sich ein Mensch vor der Selbstprüfung fürchtet, so ist seine Furcht verdächtig. Wer sich nicht getraut, die Bleischnur bei seiner Mauer anzulegen, kann sicher sein, dass sie nicht lotrecht ist. Ein aufrichtiger Mensch betet: „Herr, lass mich in meinem Falle auch das Schlimmste wissen. Es ist viel besser, ungegründete Besorgnis zu haben, als ruhig in Zion zu sein und dann vom Selbstbetrug zu Grunde gerichtet zu werden.